supa aktion bei wirres.net: all you can read für nur 1,99!
was heisst das? für nur 1,99 kann man nun auf wirres.net lesen soviel man will. zum beispiel wie ich einmal bei anke engelke war oder wladimir kaminer traf. oder das beste aus 100 vielen jahren wirres. oder das meistgelesene. oder irgendwo im archiv. all you can read eben. für nur einen euro neunundneunzig!
markus war eine ganz coole sau. er verlor seinen ringfiger als er während des studiums nebenbei als rowdyroady bei irgendeinem konzert arbeitete. er drohte dem typen der ihm die freundin ausspannte prügel an. er fuhr ein auto mit spoiler. seine augenbrauen wuchsen über den augen zusammen. aber ich mochte ihn, weil er nicht angepasst, ehrlich und geradlinig war. wie ich, ein assi mit niveau. er hatte quasi seinen eigenen stil. wir sahen uns nicht oft. im studium hatten wir immer nur am rande miteinander zu tun, meistens trafen wir uns mit eigentümlicher regelmässigkeit beim saufen. auf parties und in kneipen.
was mich besonders an ihm faszinierte; er zeigte mir nicht nur durch sein verhalten dass er mich mochte, er war einer der wenigen menschen die einem das direkt sagen konnten. und er sagte mir das auch jedesmal wenn wir uns meist zufälllig trafen. ich beliess es meist dabei ihm meine sympathie durch mein verhalten zu bekunden. ich war nie so cool wie er. er schwebte ein wenig über den dingen. ganz klassische coole sau.
einmal drohte ich ihm prügel an. er hatte mich durch etwas zu langes tür-zuhalten auf einer party zur weissglut gebracht. das schaffen nicht viele. natürlich beliess ich es bei der drohung. später sagte er mir dass er wirklich froh darüber war, denn er hätte mir dann wehtun müssen: „du bist mir zwar körperlich weit überlegen“ sagte er mir, „aber ich bin hemmungslos und gemein.“
schon während des studiums war er beruflich ganz erfolgreich. kein theoretiker, ein klassischer, bodenständiger macher. ein zwei jahre arbeitete er im ausland, später hatte er einen anständigen und interessanten job in deutschland von dem er gerne erzählte. „und für dich felix, finden wir auch nen guten job. hör auf mit den idioten zusammen zu arbeiten, mach was anständiges. ich bring dich irgendwo unter" meinte er und das auch ernst.
ein ehrlicher, gradliniger typ. gestern erzählte mir brigitte, dass er sich vor ein paar tagen umgebracht habe. ich mochte ihn wirklich gerne. aber ich hatte noch nichtmal seine handy nummer.
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komisch.
es wäre mir irre peinlich wenn jemand hinter mir stünde und das was hier, weiter unten, steht lesen würde. oder jemand bei mir auf dem schreibtisch nen ausdruck davon finden und lesen würde. es gehört in ein tagebuch mit mädchen-schlösschen dran. und trotzdem blogge ich diesen vor einigen monaten geschriebenen text, aus — wie ich finde — gegebenem anlass. peinlich. das ist ja wie im tagebuch hier...
weiter lesen... [aka „weiter unten“]
meinen zivildienst, ich habe das schon öfter mal erwähnt, habe ich in einer einrichtung verrichtet, in der erwachsene behinderte lebten. eine von antroposophen geführte „lebensgemeinschaft“. neben meiner täglichen arbeit in der holzwerkstatt war ich einer hausgemeinschaft angeschlossen, in der ich ein zimmerchen hatte, gefüttert wurde und morgens und abends ein paar pflegeaufgaben übernahm. zwei drei männer brauchten morgens und abends etwas hilfe beim waschen und zähneputzen. diese arbeit teilte ich mir mit meinem „hausvater“. etwas intensivere pflege brauchte waldemar, ein etwa 50 jähriger ziemlich attraktiver mongoloider mann, leider durch das für einen mongoliden ziemlich respektable alter bereits etwas verwirrt.
das mit der arbeit ging nicht mehr so gut, die geschicklichkeit und konzentrationsfähigkeit waren nicht mehr das was sie mal waren, bei essen rutschte immer etwas vom teller, er brauchte bei vielen alltäglichen dingen ein bisschen hilfe. auch auf dem klo, liess man ihn dort alleine, ging unter umständen eine rolle klopapier drauf, ohne dass das ein stück papier schmutzig wurde, dafür war danach das klo verstopft. eingeschliffene dinge wie zur morgens zur arbeit gehen oder das an und ausziehen gingen aber noch (asser schleife binden).
mongoloide, sagte meine hausmutter, seien ein eigenes „völkchen“. ein bisschen hatte sie damit recht. fast alle sind sehr freundlich, manchmal sogar übermässig freundlich, lächeln viel und sind charmant. waldemar war ein ausgesprochener frauenfreund. wenn er eine fremde frau sah, strahlte er sie an und beschmiss sie mit komplimenten: „schööööne frau!“. dann seufzte er und versuchte mit seinen blicken zu flirten. mich hielt er damals auch manchmal für eine „schöööne frau!“, sein augenlicht war trotz brille nicht mehr das beste und ich trug damals die haare lang. ich war ja schliesslich zivi. mongoloide sind nicht nur meist unglaublich freundlich, oft auch sehr touchy, sie suchen den körperkontakt und vergewissern sich gegenseitiger sympathie durch körperkontakt. auch zu dieser regel gab es ausnahmen, im haus gegenüber lebte einer der immer sehr ernst, fast grimmig guckte. er nahm alles sehr ernst, lächelte nie und war sehr pflichtbewusst, bei der arbeit wie in seiner freizeit, während der er, wie man mir sagte, passagen aus der bibel abschrieb. auch achtete er sehr auf seine zunge, die fast nie zu sehen war. mongolide sind nicht besonders intelligent, aber ausnahmslos schlau. sehr schlau. sie haben ein sehr ausgeprägtes sensorium für stimmungsschwankungen ihrer umgebung und sind tolle tröster, also sehr empathisch. manche sind sehr redselig und eloquent, manche stumm, manche plappern ständig vor sich hin. alle die reden können haben ein ausgeprägtes namensgedächnis und machen regen gebrauch von ihrer namenskenntnis, das haben sie gemein mit sozialarbeitern und gecoachten politikern („das liebe frau merkel, um, äh, christiansen ist meine, um, äh, meinung“). einer im dorf lief immer rückwärts, einer lief erst, wenn man ihn anschob. also durchaus ein „völkchen“, aber eins mit ausgeprägtem individualismus.
im laufe meines zivildienstes vertschlechterte sich waldemars zustand. er entwickelte symptome von parkinson, seine hände zitterten und verkrampften sich, die kontrolle seiner blase liess nach, er fing an angst vor höhen zu entwickeln und an allem rumzuzupfen was er in die hände bekam. das zupfen wurde in der weberei zu seiner hauptbeschäftigung, dort zupfte er wolle. leider konnte er damit in seiner freizeit nicht mehr so recht aufhören. er fing an an seinen mitbewohnern zu zupfen, zerzupfte seine pullover und die windeln die wir ihm mittlerweile nachts anlegen mussten.
alles halb so schlimm, denn er hatte noch ein paar lebensfreuden, das essen bereitete ihm nach wie vor grosses vergnügen, er liebte musik, seine arbeit und mich mochte auch immer mehr, je schlechter seine augen wurden („schöne frau“).
irendwann kamen aber ernsthafte körperliche probleme hinzu, irgendwelche magen-darm-geschichten, die eine kleine operation indizierten. bei einer der voruntersuchungenh war ich dabei, waldemar sollte endoskopisch untersucht werden. die schwestern wollten ihm einen auflauf einlauf machen, und drückten ihm 4 von diesen vorgefertigten beuteln mit salzlösung in den enddarm (eine davon reichte angeblich in der regel). keiner der beutelinhalte erblickte in den nächsten 4 stunden wieder das tageslicht, waldemar hielt zu unser aller erstaunen an sich. der arzt musste im trüben endoskopieren.
von der späteren operation erholte sich waldemar im prinzip ganz gut, es schien sogar wieder ein bisschen aufwärts zu gehen. die phase der besserung hielt allerdings nicht lange. langsam aber sicher beugte sich waldemars körper, er verkrampfte immer mehr, alterte rapide. er musste bald wieder ins krankenhaus. irgendwann lag er auf der intensivstation, wir erwarteten dass er sterben würde und riefen seine letzten verwandten, seine schwester und ihren mann zu ihm. ich kann mich noch gut an die maschine mit dem ping erinnern die seine herzfrequenz anzeigte. er hatte sehr unregelmässigen herzschlag, die kurven waren beinahe chaotisch und durcheinander. waldemar dämmerte vor sich hin, reagierte nicht auf ansprache. wir holten einen priester, der ihm die letzte ölung geben sollte. ich sah allerdings, dass das was der priester machte, waldemar offenbar sehr unangenehm war. unter der hand des priesters regte sich waldemar erstmals wieder, ich konnte sehen wie er sich der veranstaltung entziehen wollte, ihm fehlte lediglich die kraft dazu. er stemmte sich gegen den tod. er stemmte sich so heftig dagegen, dass er als der priester fertig war erstmal kräftig in bett schiss. dass das der wendepunkt war, erkannte ich daran, dass waldemars augen strahlten als eine krankenschwester zum saubermachen reinkam. hätte er die kraft gehabt, er hätte gesagt: „ohh, schöööne frau.“ so hat er es halt nur mit den augen gesagt. nach dem schiss schlug das herz wieder regelmässig, waldemar war dem tod nocheinmal von der schippe gesprungen und lebte noch ein paar jahre nachdem ich meinen zivildienst beendet hatte.
manchmal denke ich, dass es schön gewesen wäre, ihn ein bisschen früher kennengelernt zu haben. und — vor ein paar wochen hat das völkchen wieder nachwuchs bekommen, mein freund kristof und seine frau haben einen mongoliden sohn zur welt gebracht.
jelena lernte ich an der uni kennen. sie stand gerade hyperventilierend im gang, ganz blass und aufgeregt. sie fiel mir auf, aber da ich sie nicht kannte, ging ich an ihr vorbei in den arbeitsraum von brigitte und alexia. die beiden und die anderen fünf in den arbeitsraum geferchten architekturstudenten, liefen gerade wild umher und versuchten eine fliege zu töten. jelena, so erfuhr ich, hatte eine höllische angst vor jeder art von insekten. „phobie“ ist untertrieben, es war mehr als eine phobie. allein die tatsache, dass eine fliege im gleichen raum wie sie sein könnte, versetzte jelena in panik und ihren fluchtreflex in gang. so stand sie also im sommer ziemlich oft hyperventilierend im gang.
zu dieser zeit trug jelena eine sehr grosse brille, sprach kaum ein wort deutsch und — wiederhole ich mich? — sie wäre mir damals wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, hätte sie nicht im gang gestanden.
lilli, ix, bb (im gang, ca. 1995)
jelena kam ein jahr bevor sie im gleichen semester wie ich architektur zu studieren anfing aus sarajevo nach stuttgart. sie besuchte ein paar sprachkursee und fing zu studieren an, ohne wirklich deutsch zu können. aber im laufe der zeit machte sie eine erstaunliche wandlung durch. aus dem entophobischen, riesenbrille tragenden schwänlein (anmerkung), das manche böse zungen „balkan lillli“ nannten, kam innerhalb kürzester zeit eine perfekt und akzentfrei deutsch sprechende, intelligente und attraktive frau zum vorschein die bald nur noch „lilli“ (ohne ballkan) genannt wurde. diese frau hatte zwar eine vorliebe für die farbe rosa und hello-kitty-schrott (und war meiner meinung nach die vorlage für elle woods/reese witherspoon in „legally blonde“), aber sie konnte, wie ich mehrfach beobachten konnte, den männern den verstand rauben.
urinproben
eben der typ frau, den sich viele männer in ihren (feuchten) träumen vorstellen. ich natürlich nicht. ich schätzte ihre intellligenz (ja, mit drei „l“!) und ihre unnachahmliche art wie sie mir (intellektuell und so) honig um den mund schmieren konnte und mir grosspackungen sympathie entgegenwarf. sie hatte auch verständnis für meinen brutalen humor: so waren gregor und ich vor einigen jahren zu jelenas geburtstag auf der suche nach einem last minute geschenk für sie, das wir mit hausmitteln in gregors wohnung zusammenstellen mussten, da es auch schon weit nach ladenschluss war. also bastelten wir ein „anfänger SM-set“. es bestand aus nippelquetschern (wäscheklammern), cockrings (gummibänder) und je einer urinprobe von gregor und mir. jede andere frau hätte uns und das geschenk in hohem bogen rausgeworfen, jelena freute sich. die beiden proben standen noch jahrelang über jelenas bett (siehe foto). jelena liess mich auch bereitwillig über sich drüber springen, das habe ich aber schon vor einem jahr ausführlich beschrieben.
portrait a., ix und g.
eine meiner leibsten freizeitbeschäftigungen in stuttgart war, mit jelena in pauls boutique zu gehen, whiskey sour zu trinken, dabei ihre stets feuchten hände zu halten oder zu streicheln (neben ihren stets feuchten füssen, der einzige makel an jelena) und mich mit jelena über alles mögliche zu unterhalten (meine zweitliebste freizeitbeschäftigung war, mit brigitte in pauls boutique zu gehen und whiskey sour zu trinken). die getränke waren dank jelenas verhandlungsgeschicks und erscheinungsbild immer sehr günstig und oft waren wir die letzten die pauls boutique verliessen. danach fuhr sie mich immer nach hause, ab und zu liessen wir uns auf dem weg noch fotografieren, aber gefickt haben wir nie, auch wenn mich ihr kleiner hintern immer sehr entzückte.
dieses wochenende habe ich jelena wiedergesehen, ihr hintern ist immer noch entzückend, wir haben festgestellt, dass wir uns bald 10 jahre kennen und dass sie immer noch den mann in ihrem leben sucht.
… und ich frage mich, wie man eine ode an so eine tolle frau so dumm aufhören lassen kann. aber ix übe ja noch.
[demnächst folgen: ode an brigitte, may-britt, gita, susanne, uvm. für auftrags oden stehe ich auch zur verfügung]
ich weiss das das anstrengend ist, aber sie schaffen das. was steht denn da? […]
500 €. zackig! 01379444111. was kommt raus? sehr leicht! da darf ihnen kein fehler passieren. wir haben nicht mehr so viel zeit, aber wir schaffen das noch. ran an das telefon. ihre chance. jetzt dabeisein. greifen sie zum hörer. unglaublich. schon sehr viel geld rausgegagngen. hier bei der quiznight bei sat1. […] ganz schnell. […] auf gehts. ran ans telefon, also bei 500 € kann ich nicht mehr viel sagen […] auf gehts. wann haben sie das letzte mal so viel geld nachts um 2 uhr verdient?
[…] 1000 €. auf gehts […] was machen sie denn? warum haben sie denn da angst? […] 1000 € gibt es jetzt zu gewinnen. ran ans telefon. ich warte. […] hörne se mal. 500 € einfach ausschlagen. ich hab sie atmen gehört. […] kommen sie. ganz schnelll. sie haben doch die lösung! 01379444111 […] kommen sie. endspurt angesagt. bisschen luft ham wa noch, aber nicht mehr viel. sie müssen schon zugreifen. das was wir suchen, liebe zuschauer, das machen sie morgens beim bäcker […] ihr geld, absolut steuierfrei! […] 1000 € jetzt. 01379444111. liebe östereicher, liebe schweizer […] auf gehts. […] auf gehts. […] ganz schnell. […] ganz schnell, [geflüstert] ran ans telefon. es geht nur noch darum erster zu sein, jetzt gehts nur noch darum schnell am telefon zu sein. das ist ihre chance. jede sekunde kann es jetzt klingeln. es wird auch klingeln. ich weiss auch nicht wann es klingelt. aber für 1000 € kann man es schonmal probieren. 01379444111. [pause] aber hallo. schnell zum telefon. die zeit tickt. immer noch niemand bei mir. was soll denn das? 9 buchstaben. [pause, es piept] es hat noch nicht geklingelt! 01379444111. ich komm mir hier ziemlich verlassen vor.
[…] sie sind dabei. sie holen sich das geld. ganz schnell. ich warte. noch ist niemand ausgewählt. … das ist ihre chance 26000 € zu besitzen! die rausschmeisser musik. dei sendung neigt sich dem ende. wenn sie jetzt noch dabei sein wollen. kommen sie. ganz, ganz schnell. erzählen sie mir nicht, dass sie keine wünsche hätten die sich nicht mit 26000 euro umsetzen liessen […] ihre chance. [guckt blöd] 01379444111. es muss jetzt hier jede sekunde klingeln.
eben war ich mit meiner schwester bei der aufzeichnung von anke late night.
ich weiss jetzt warum anke late night nicht aus den puschen kommt. weil brainpool ein scheiss-laden ist. zumindest zwängt siche einem dieser eindruck auf, wenn man sich drauf einlässt einen nachmittag als claqueur und lachvieh bei der aufzeichnung von anke late night zu opfern.
„Ankunft bis 16:30 Uhr“ stand auf dem zettel. pünktlich, wie es unsere art ist, schlugen meine schwester und ich um punkt 16:30 bei brainpool auf. dort drückte uns eine patzige, demnächstwerdichgrossrauskommen-tussi einen zettel in die hand in den ich brainpool zum dritten mal alle meine kontakt- und adressdaten mitteilte. eine noch stumpfere tussi, deren arroganz wahrscheinlich auf ihrem zukünftigen grossen erfolg in der medienbranche fusste, nahm die ausgefüllten zettel engegen, verglich sie mit unseren personalausweisen und klärte uns dann nuschelnd, gelangweilt und die nägel polierend auf, dass handys, taschen und alle jacken an der garderobe abzugeben seien. sonst nix reinkommen. um 17:15 sollten wir uns an der glastüre einfinden. um 17:15? es war jetzt 16:35 und wir hatten uns den arsch aufgerissen um wie verlangt pünktlich vor ort zu sein.
wir sind ja leidensfähig und es gab ja eine getränketheke. für meine schwester nen prosecco, ich ein kölsch. die flasche prosecco musste ich selbst aufmachen, die lebenserfahrung der 19jährigen bedienung hatte den prosecco und korkenzieher-horizont noch nicht überschritten. den prosecco und das kölsch tranken wir freiluftig auf der repräsentativen brainpool-eingangstreppe in der schanzenstrasse bis uns der portier verscheuchte, weil das nicht ginge, das gelte auch für uns. wir wollten mit dem pförtner nicht streiten und gingen in den starbucks im brainpool-foyer um nen cookie zu kaufen und zu essen. im hintergrund lief an die wand gebeamt und völlig verrauscht VIVA 2 oder plus oder XXL oder so. nach 20 minuten wars dann auch schon 17:15 uhr.
an der glastüre standen 100 hausfrauen aus heinsberg, bergisch-gladbach und irgendwo. des weiteren opel-fahrendes, antike beckham-frisuren-tragendes jungvolk. alle wartend.
gegen 17:45 ging die tür auf.
gegen 18:15 waren wir durch die glastür.
um ca. 18:25 sassen wir auf unseren plätzen.
bis kurz vor sieben haben wir uns irgendein konzert von robbie wiliams auf den studio-monitoren angucken müssen. dann kamen 10 minuten ladykracher-konserven. ich war kurz davor zu kotzen. meine schwester realisierte, dass sie wohl nicht mehr zum einkaufen im DM-markt kommen würde. eine hausfrau fing angesichts der ladykracher-konserven hysterisch zu kreischen an. die stimmung drohte zu kippen. revolution lag in der luft (14. juli!). dann kam die rettung. der warmup-mann hatte keinen bock auf warmup und kündigte anke engelke an.
sie kam rein und schaffte das unmögliche. ein von sackgesichtigen möchtegern-medientussis, pförtnern und security personal gequältes, von der aufnahmeleitung 40 minuten deutsche-bahn-mässig-geparktes studiopublikum das echt angepisst war, dieses publikum verwandelte anke engelke in ein höflich applaudierendes und lachendes publikum. wendig, sympathisch, selbstironisch wuselte sie sich auf 20 cm hohen stöckelschuhen das publikum zurecht. ihre erste handlung als sie auf die bühne kam war übrigens neben dem üblichen rumgehampel erstmal das mikro an die achsel zu halten und sich dann heftig vorzubeugen um sich in den schritt zu gucken, wohl um zu checken ob alles fit sei oder ein faden irgendwo raushing. was weiss ich denn.
15 minuten nahm sie sich zeit das publikum aufzuwärmen, alles zu erklären, allen honig ums maul schmieren. meine schwester rief die ganze zeit prosecco! niemand erhörte ihr flehen. neben dem publikum wärmte sich anke engelke auch selbst ganz gehörig auf. schweissfleckchen bildeten sich bereits unter ihren achseln.
die kameras, die band, die wichtigtuer und alle waren auch schon da, auch die passmalaufichkommganzgrossraus-denjobmachichhiernurzumeinstieg-ekeltussi (ich sage hier ganz bewusst nicht fotze) stellte sich auch an den bühnenrand. dort blieb sie wie angewurzelt stehen, ich vermute um für die karriereförderung entweder entdeckt oder gedeckt zu werden.
etwas über zwei stunden waren bis jetzt vergangen. nix passiert.
als die show anfing, verwandelte sich die spontane, lustige, wie ein tasmanischer tiger wirbelnde anke engelke in eine langweilige, fussballwitze aufsagende stehaufkomikerin. erstaunliche verwandlung. die frau kann echt was, es strömt aus allen ihren ritzen, aber ihre standups, ihr witzeaufsagen ist so schlecht, das es einem die tränen in die augen treibt. ja, ich weinte innerlich. die show nahm ihren lauf. zuhause hätte ich jetzt socken gefaltet, wäre aufs klo oder nen bierchen kaufen gegangen, c't gelesen oder ausversehen zu den tittenmäuschen auf eurosport umgeschaltet. ging im studio natürlich nicht. anke engelke las witzchen vor, schnitt käse, sprach mit einer wand, kündigte werbung an, plauderte mit dem pseudo-sidekick (der der die text-schilder vor sie hin hält) beim gag in der mitte. ein zweimal musste ich lachen. gruppenzwand wahrscheinlich.
dann kam dominic raacke. tatort komissar, schauspieler, und angekündigt als der drehbuchautor der musterknaben. dummdidel dumm dumm dumm. der typ war dumm. unwitzig. profilneurotisch. altklug. langweilig. lächerlich. supernervös. der soll das drehbuch für einen der besten deutschen krimis geschrieben haben? glob ick net. der hatte nen ghostwriter...
aha. anke engelke hat überrieben. er war nicht autor, google verrät er war „co-autor“, er hat also wahrscheinlich ein paar dialoge überarbeitet.
das beruhigt mich jetzt dass der nicht der „autor“ der musterknaben ist.
der rest ist nicht berichtenswert. vielleicht noch, dass die kameraleute den grossteil der sendung auf ihren knien verbringen, weil der schreibtisch so verdammt niedrig ist. die band ist scheisse meint meine schwester. sex mit klaus fischer, meinte meine schwester, „ist nicht“.
aber die anke engelke... die kann was. aber, aber, aber... ach egal..
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unglaublich aber wahr. auf camelia-tampons steht hinten allen ernstes (?) ´rote lippen soll man küssen´. was die sich wohl dabei gedacht haben?
fotos grösser sehen...
notiz an mich selbst: witzigkeit kann wehtun. sehr.
laut tagesspiegel wurde ein 27jähriger der auf „sieg heil“ rufe zweier arschlöcher mit „petri heil“ antwortete übel zugerichtet. furchtbare geschichte, besonders traurig finde ich aber das der arme kerl für so einen klasse witz so leiden muss.
ich kann mich an einen ähnlichen zwischenfall erinnern bei dem ich zum glück eine auto-seitenscheibe zwischen mir und dem humor-resistenten arschloch hatte. in stuttgart fuhr ich vor einigen jahren mit meinem kumpel peter am steuer durch die nacht. eine laue sommernacht. fenster offen. an einer strassenecke standen 4 oder 5 proleten rum und schrieen sich gegenseitig an. wie immer bei proleten, ohne ersichtlichen grund. ich nahm die brüllerei zum anlass meine fähigkeiten als stimmen-imitator zu üben und zugleich in der praxis anzuwenden; ich schrie wirres zeug aus dem seitenfenster, ohne worte, aber den tonfall und die intonation der proleten aufs beste imitierend.
damit zog ich die aufmerksamkeit der proleten auf mich. sie verstummten. ich drehte noch ein bisschen auf: „ALKAZBRA! BLAHRABURI! KAROTITHEK! ...“ rief ich im vorbeifahren. als die proleten aus meinem sichtfeld verschwanden (wir waren ja in einem fahrenden auto) lehnte ich mich zufrieden zurück. kumpel peter merkte kurz darauf an, dass er im rückspiegel sähe, dass 4 oder 5 proleten hinter dem auto herliefen. ich drehte mich um und konnte seine beobachtung bestätigen und nahm das zum anlass das seitenfenster heraufzuschrauben, einerseits als allgemeine sicherheitsvorkehrung, andererseits, weil wir uns einer roten ampel näherten.
an der roten ampel an der der sehr pflichtbewusste peter trotz der 4 bis 5 köpfigen heranziehenden gefahr ordnungsgemäss hielt, holten uns die proleten ein. ihr wortführer begann sogleich das seitenfenster hinter dem ich sass kung-fu-mässig mit dem fuss zu bearbeiten. ich kurbelte das fenster ein ganz kleines stück herunter um ihn freundlich zu fragen ob ich ihm helfen könne. er antwortete mit seiner erstaunlich kleinen faust die er durch den sehr kleinen fensterspalt in mein gesicht manövrierte. ganz dumm war er auch nicht, denn als ich das fenster wieder hochkurbelte hatte er seine faust auch schon wieder draussen, so dass ich sie nicht einklemmen konnte.
peter entschloss sich die rote ampel zu ignorieren und loszufahren, da der fäustling wieder begann das seitenfenster mit dem fuss zu bearbeiten. wir haben dann noch irgendwo ein bierchen getrunken.
seit wochen versuche ich einen text über einen film zu schreiben der mir sehr am herzen liegt und demnächst auf DVD rauskommt. ich frage mich wie weit darf man ausholen um dann das wesentliche in vier absätzen abzuhandeln? elf absätze lang habe ich ausgeholt. eigentlich scheisse. aber muss ja keiner lesen. dient eh nur der privaten erinnerung. oder so.
alles lesen...
heiner lernte ich beim zivildienst kennen. ein mann mit warmen, freundlichen augen und damals schon graumeliertem vollbart. er war zwar nicht offiziell der chef der holzwerkastatt in der ich während des zivildienstes arbeitete, aber praktisch schon. er hielt den laden, die maschinen und die arbeitsabläufe am laufen. er brachte mir den respekt vor den maschinen, der kreissäge, dem bandschleifer und der schleifscheibe bei. mit ihm fuhr ich einen so hoffnungslos überladenen pferdeanhänger voller spanplatten durch die gegend, dass wir berge ausschliesslich im ersten gang hochfahren konnten. von ihm lernte ich die liebe zum holz. genug pathos, aber ich lernte wirklich viel von ihm. und wir wurden gute freunde, auch wenn er ein paar jahre älter als ich war. heiner lebte (und lebt) in einem dorf bei fulda mit höchstens 80 bewohnern, gichenbach, ein richtiges kaff. selbst die nächste „gross“-stadt, fulda, ist ja bekanntermassen ein kaff, mit anderen worten, heiner lebt am arsch der welt.
ente, huhn, wollschwein
neben seiner arbeit bei den antroposophen in der holzwerkstatt, hielt heiner ein paar tiere: ein paar rhönschaafe, ein paar ungarische wollschweine (sehr robuste schweine die man selbst im winter draussen stehen lassen kann), hühner, gänse und laufenten. die rhönschaafe wurden quasi vermietet, um weiden ökologisch wertvoll zu mähen, die gänse starben nach einem schönen, aufregenden und freilaufenden leben auf der wiese massenhaft im november um sich in weihnachtsbraten zu verwandeln, die schweine gruben wiesen um und leben AFAIK noch immer, die laufenten teilten alle paar jahre das schicksal der gänse und die hühner waren zum eierlegen verdammt. kurz, eine politisch korrekte idyle. ich liebe sie noch heute.
hauseingang am arsch der welt
kleine ärsche der welt haben den vorteil, dass sich alle kennen. heiner kennt den förster des dorfes ganz gut. der lässt ihn bei sich zuhause ab & zu fernsehen gucken und im wald rehe abschiessen. so kam ich nicht nur ab und an in den genuss einer köstlichen, muskulösen, nicht-fetten weihnachtsgans, sondern manchmal auch in den genuss eines frischen rehs. heiner brachte mir bei was man mit so einem toten vieh macht: erst mal 2-4 tage koppfüber abhängen lassen, dann „aus dem fell schlagen“ und zerlegen. danach kann man es essen oder einfrieren. „aus dem fell schlagen“ heisst nichts anderes als das fell vom körper ziehen. das erfordert einerseits einiges an geschick, aber auch teilweise enorme kraft. das fell ist ziemlich gut an so einem reh festgewachsen. aber mit der richtigen technik kann man die haut recht gut vom fleisch lösen, erst mit einer stochernden, flachen hand das gewebe von der haut trennen, danach mehr oder weniger nach unten abreissen, immer wieder mit der hand gewebe trennend.
ich lernte diese technik ganz gut und wenn ich ein reh „aus dem fell schlug“ musste ich immer wieder darüber staunen, wie archaisch dieser akt war, auch wie brutal. im nachhinein glaube ich, mir damit die berechtigung erarbeitet zu haben hamburger zu essen. ich hatte damals die weltverbesserliche vorstelllung, dass jeder der fleisch essen möchte, auch mal ein tier selbst zerlegen sollte. allerdings habe ich bisher darauf verzichtet ein reh „aufzubrechen“ oder zeuge davon zu sein. ein reh „aufbrechen“ bedeutet dem reh die innereien, die gedärme zu entnehmen nachdem das reh erschossen wurde. das geschieht meist im noch-warmen-zustand des toten tieres. sehr brutal.
warum ich das alles schreibe? die bild-„zeitung“ hat mich drauf gebracht.
symbolbild
gestern gab es eine bild-schlagzeile die besagte, dass im deutschen fernsehen angeblich das „letzte tabu“ gebrochen worden sei: eine brust vergrösserungs-op live im fernsehen. ich habe das nicht gesehen und ehrlichgesagt auch nicht viel interesse das zu sehen. ich habe es nämlich schon mal gesehen. um zu erklären wo ich es gesehen habe muss ich nochmal einen kleinen bogen schlagen: mein vater ist arzt. frauenarzt. als frauenarzt führt er ab und zu auch brust-ops (mammaplastik, mammaneoplastik) durch, allerdings nicht aus kosmetischen gründen, sondern meist aus rekonstruktiven gründen, nach brustkrebs zum beispiel. da er aber im umgang mit technischen geräten ziemlich unbegabt ist, musste ich ihm oft bei der bedienung des videorekorders assistieren. zum beispiel beim einlegen und abspielen von brust-op-fortbildungs-videos. so kam ich bereits in jungen jahren dazu einer brust op am fernsehschirm beizuwohnen. was mich überraschte war die brutalität mit der der chirurg bei der op vorging. um ein silikonkissen in die brust einzuführen muss natürlich erst das brust-gewebe gelöst werden, damit genug platz für das kissen vorhanden ist. überraschend für mich war, dass die handbewegungen die gleichen waren wie die, die mir heiner zum reh-fell-lösen beigebracht hatte. mit der hand voll rein, zack, zack.
eigentlich logisch, dass jeder chirurgische eingriff eine verletzung des körpers bedeutet, auch das brust-aufpumpen. man hält sich das nur nie so recht vor augen. was wollte ich nochmal sagen?
punker mit hund steigt ganz hinten ein. zuerst tippt er meinem gegenüber auf die schulter und fragt ihn ob er ein handy hätte. gegenüber verneint. mich fragt er, ob ich ihm mein handy leihen könne, nur dreissig sekunden. ich kann nicht wie mein gegenüber leugnen ein handy zu besitzen, ich habe es in der hand und spiele billiard drauf. ich lehne aber trotzdem ab.
punk: komm sei doch nicht so.
ix: doch ich bin „so“.
punk: wie?
ix: ich bin „so“.
punk: wie, „so“?
ix: „so“ eben.
punk: wie denn?
ix: genau „so“ wie du meintest.
punk: asozial.
ix: i guess so.
punk: ach laber mich nicht so blöd voll.
ix: ...
punk: ...
[unbeteiligter typ gegenüber grinst blöd]
ix: ...
punk: ...
ix: ...
punk: hast du noch so ein rosa hemd?
ix: ja. zuhause.
[unbeteiligter typ gegenüber grinst wieder]
punk: schenkst du mir das?
ix: nee.
punk: wieso?
ix: das hemd ist ungewaschen und stinkt. [dachte kurz daran einen satz zu formulieren der in die richtung ging: brauch ich selbst zum schnorren, das rosa hemd. sympathien schnorren. funktioniert super mit rosa hemd. habe das aber gelassen, zu kompliziert & wollte den punk nicht zulabern.]
punk: passt mir eh nicht...
ix: doch [überlege an dieser stellle kurz ob es sinn ergibt dem punk zu erklären dass man als dürres hemd in ein zu grosses hemd passt. lasse es.]
punk: wie das passt mir? wenn ich so'ne dicke wampe hab wie du, meinst du?
[unbeteiligter typ gegenüber grinst sich weg]
ix: ...
punk: ...
ix: ...
punk: ...
ix: ...
punk: haste mal fuffzig cent, dann kann ich mir ein bier kaufen.
ix: hab ich. [*] [ich krame in meiner tasche und gebe ihm fünfzig cent]
punk: dank dir.
ix: wo bekommt man denn um diese uhrzeit noch bier für 50 cent?
punk: da drüben am „depot“ anner eberswalder strasse. sternburger.
ix: [vergessen zu fragen pb das sternburger kalt ist] aha.
punk: ...
ix: ...
[abgang punk]
dazu möchte ich folgendes anmerken.
der punk war nicht der erste der mich nach meinem handy frug (frog? frugte? fragte?). mein handy gebe ich nicht weg, schon gar nicht an fremde. niemals. selbst gute freunde haben schon heissgeliebte elektronische geräte von mir durch blosse berührung zerstört. mein handy ist sehr persönlich. es verrät (höflicherweise) meine telefonnummer wenn es anruft. das lässt sich ausnutzen, von fiesen gebührenpflichtigen-nummern-betreibern oder handylogo-für-ein-euro-pro-logo-abo-anbietern und ähnlichem gesocks. ausserdem kann so ein punk ohne rosa hemd schnell laufen. oder das handy an seinen hund verfüttern. mein powerbook hätte ich ihm auch nicht gegeben.
die hälfte der geschichte habe ich erdichtet.
mehr als die hälfte der geschichte ist wahr.
gut zu wissen wo man am eberswalderplatz nach ladenschluss bier für 50 cent bekommt.
doof nicht zu wissen ob das bier kalt ist.
es kommt immer drauf an die richtigen fragen zu stellen.
ich frage mich ob es dem gesprächsverlauf dienlich gewesen wäre, wenn ich den punk gesiezt hätte.
[*] hatte mir vor ner weile vorgenommen schnorrern geld zu geben die nicht die mitleidstour fragen und mir sympathisch sind. der typ hatte wirklich ne sympathische frisur.
am montag fiel mir auf, dass anke engelke ihre zunge nicht ganz unter kontrolle hat. das kenn ich vom dr. kohl. schön ist das nicht. herr schawinski! harald schmidt hat das nicht gemacht!
tiefsinniges und wirres plaudern mit bb (man beachte die reaktionszeiten):
16:49 Uhr
bb: ich will schokolade
ix: ich auch.
bb: was machen wir nun?
ix: schokolade essen.
17:00 Uhr
bb: ich hab keine
17:10 Uhr
ix: ich auch nicht.
17:15 Uhr
bb: blöd
fahre gerade durch den „anhalter bahnhof“. wundere mich ob des namens, denn angehalten hat die s-bahn nicht. sollte man eventuell umbenennen in „durchfahrer bahnhof“.
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zwei gute nachrichten: ich habe internet im krankenhaus, im bett gar und heute hatte ich das vergnügen den längsten furz meines lebens am eigenen leib mitzuerleben. ich hatte leider keine stoppuhr zur hand, aber ich wage zu behaupten er war 15 sekunden lang.
wie es dazu kam? da muss ich wohl mal kurz ausholen. ich habe mir ja pünktlich, kurz vor der lesung, eine oberschenkel-thrombose besorgt. leider konnte ich die nicht kurzzeitig verdrängen, wie man das bei einem todesschnupfen ka