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_schweinerechner

felix schwenzel
04.09.2008 22:34 uhr





_stern view recherchiert per google

ich hab mir den „stern view“ noch nie gekauft. einmal beim friseur im urlaub auf dem campingplatz hab ich mal drin geblättert, aber nie gekauft. ich wäre auch nie auf die idee gekommen es mir zu kaufen. warum auch?

heute hatte ich ein unergründliches bedürfnis das heft zu kaufen, kaufte es mir, blätterete drin und sah ein foto das mir bekannt vorkam. es war diese kuckucksuhr von michael sans über die ich vor zwei jahren mal was in internet schrob.

in der bildunterschrift stand, dass die uhr derzeit im badischen landesmuseum ausgestellt wird und dass „das unverkäfliche Kunstwerk […] manche besucher“ inspiriere:
„Falls jemand einen toten Kuckuck findet, bitte bei mir melden“, schreibt ein Felix Schwenzel im Internet. „Dann bau ich mir das Ding nach.“
sowas. der spiegelfechter würde jetzt wahrscheinlich „zensur“ rufen oder „desinformation“, denn natürlich war ix kein besucher der ausstellung, sonden lediglich der website von michael sans.

trotzdem interessant zu sehen wie die texte neben den fotos in „view“ entstehen. ich habe das gefühl sie entstehen weniger durch vor-ort-recherche als durch intensives googlen. #

felix schwenzel
04.09.2008 22:34 uhr
| egozentrum



_das schwarze schaf

bloggern wird immer wieder gerne vorgeworfen, dass sie nicht richtig recherchieren würden. manchmal sagen das journalisten und meinen eigentlich, blogger recherchieren und schreiben nicht so wie sie. oft sagen das unternehmen oder vereine und meinen eigentlich, dass man zu richtiger recherche doch bitte mindestens mal anrufen sollte und sich das was das unternehmen, der verein oder deren anwalt geschrieben hat erst mal am telefon erklären lassen sollte, bevor man einfach mit vorhandenen informationen arbeitet. oft ist die klage über mangelnde recherche sogar völlig berechtigt, aber manchmal kann man auch beobachten, dass die klage über mangelnde recherche die einzige reaktion von kritisierten oder beschriebenen bleibt und die aufgeworfenen fragen einfach unbeantwortet bleiben.

wie gesagt, mag sein, dass es bloggern manchmal am klassischen (journalistischen) recherche-willen fehlt. ich beobachte das auch an mir selbst und prangere mich dafür in stillen stunden auch selbst an. aber wenn jemand öffentlich blödsinn schreibt oder sagt, dann nehme ich mir hin und wieder die freiheit den blödsinn blödsinn zu nennen, ohne denjenigen vorher anzurufen und mir den blödsinn den er von sich gab erklären zu lassen, festzustellen, dass er im persönlichen gespräch gar nicht so blöd wirkt wie geschrieben oder dass er es ja gar nicht so meinte.

was meiner meinung nach bloggern, aber ebenso gut journalisten und meinetwegen auch mir fehlt, sind eine grosse portion skepsis, nachdenklichkeit und reflektion. der herdentrieb entwickelt oft einen enormen sog. das was andere über andere schreiben was sie irgendwo aufgeschnappt haben wird oft für allzu bare münze genommen. wut und aufregung mögen einem die zunge lockern, sind aber oft wenig nachdenklich und differenziert. meinungen lassen sich leicht aufschnappen, aber bilden sich nur in ruhe und mit reflektion.

was ich sagen will: manchmal ist es wahnsinnig langweilig vorurteile, schnellschussfolgerungen oder chorstimmen in der xten variation zu lesen ohne einen einzigen originellen oder nachgedachten gedanken zu lesen. immer wieder erwischt man sich und leute die ins internet oder auf papier schreiben, wie sie auf dem schlauch stehen, mit einer grossen, ausladenden geste vom schlauch springen und gar nicht merken wie sie nach dem sprung wieder auf dem schlauch landen. vom schlauch kann man nur mit umsicht und ruhe treten, nicht mit hb-männchenartigem auf und ab hüpfen oder indem man den schlauch vollkotzt.

dass es anders geht zeigten mir heute johnny und max in einem allumfassenden rant gegen basic’sche schlampigkeit und trotteliges herden-chor-singen. das was johnny und max da heute mal wieder geschrieben haben ist einer der gründe warum blogs so grossartig sind und warum aus blogs wahrscheinlich nie was ganz grosses wird. oder eben doch.

[nachtrag 22:08]
ganz anderes thema, aber ein schönes beispiel dafür, dass nachfragen hin und wieder schon etwas bringt.

[nachtrag 05.09.2008]
johnny und max sind die autoren. nicht johnny. hab ix im text geändert. fiel mir auf als ich hier rumlas.

felix schwenzel
04.09.2008 21:36 uhr



_ein schwein

ix hab mir gerade ein schwein bestellt. das kleb ich mir hinten drauf und zwar aus genau dem selben grund aus dem ich vor ein paar monaten schwarzes gaffa-tape hinten drauf geklebt habe: einfach so.

vorne hatte ja nen anderen grund.

[gefunden bei herrn paulsen, frau creezy hats schon aufgeklebt.]

[nachtrag 04.09.2008]
ix habs auf gaffa-tape geklebt. #

felix schwenzel
02.09.2008 09:09 uhr



_gefrorene pilze

faszinierend, was heutzutage alles so als neuigkeit durchgeht und unbesehen von den agenturen übernommen wird. focus.de:
Der Flughafen und die Polizei in Koblenz bestätigten am Dienstag eine Meldung des Südwestrundfunks (SWR), wonach ein Fluggast einen Beutel mit gefrorenen Pilzen ins Gepäckfach gelegt hatte. Während des Fluges von Budapest nach Dublin tauten die Pilze auf und Marinade tropfte auf einen anderen Fluggast. Dieser klagte dann über Schleimhautreizungen, weshalb die Maschine den Flughafen in Rheinland-Pfalz ansteuerte. Der Mann wurde nach den Angaben ins Krankenhaus nach Simmern transportiert.

felix schwenzel
01.09.2008 19:34 uhr



_palin, palin

apropos joffe.
josef joffe freute sich heute früh über einen „genialen zug“ von john mccain, weil der die gouverneurin von alaska, sarah palin, als seine kandidatin für das vizepräsidentenamt ausgewählt hat:
Aber Palin ist ein genialer Zug des John McFox. Sie projiziert ein akzeptableres Frauenbild, als Obamas heimliche Vize, seine toughe, auftrumpfende Gemahlin Michelle. Palin ist zugleich Mutter (fünf Kinder) und Macher, Küche und Karriere, Gattin und Gouverneurin und könnte so die 18 Millionen enttäuschten Hillary-Vorwählerinnen „abholen“, die Obama Clintons Marginalisierung übel nehmen.
dass die weibliche psyche vielleicht nicht so eindimensional arbeitet wie sich joffe das vorstellt, konnte man bereits vor zwei tagen im internet lesen. gail collins meint, dass palins nominierung keinesfalls vom schwung den hillary clinton aufgebaut hat profitieren kann, im gegenteil. hillary clinton versuchte sich für das amt des amerikanischen präsidenten zu bewerben, palin ist völlig unbekannt, steht vorerst für gar nix, ausser dass sie eine frau ist. nach der joffschen logik müsste kurt beck andrea ypsilani als vizekanzlerin nominieren um angela merkel und ihrer CDU stimmen abzujagen. joffe vermischt küchenpsychologie mit politischer analyse und wundert sich, dass sich die leute lieber im netz informieren als in seinen käsigen kolumnen.

felix schwenzel
01.09.2008 19:21 uhr



_aus inkompetenz verschwörung häkeln

wer bei sowas zensur schreit, nennt wahrscheinlich auch kommentar-spam-löschen „zensur“ und die schlümpfe neoliberal.

mal im ernst, was nutzen privatdefinitionen von zensur?
Wo fängt Zensur an? Wenn Informationen nach dem Willen eines Zensors manipuliert oder unterdrückt werden, so ist dies zweifelsohne ein Fall von Zensur.
ersten kann man ein wort nicht mit der wortdefinition definieren. das ist mindestens so blödsinnig, wie der versuch depression als das zu definieren, unter dem depressive leiden oder qualitäts-journalismus als das was journalisten machen zu definieren. es hilft nicht eine erkenntnis zu gewinnen und stumpft bei der wahrnehmung echter zensur ab. zweitens, wie stark muss man unter verfolgungswahn leiden, einen chaotenhaufen wie die tagesschau-redaktion einer durchorchestrierten informationsverschleierung zu verdächtigen? mit josef joffe verbindet mich nicht sonderlich viel, aber sein spruch findet auch hier anwendung:
Versuche nie durch Konspiration zu erklären, was auf Chaos oder Inkompetenz zurückgeführt werden muss.

felix schwenzel
01.09.2008 18:51 uhr



_leere flasche, natürlich leer



ohne konservierungsstoffe und ohne künstliche aromen? seit 1886? das ist beeindruckend. ich weiss ja nicht ob die werbefuzzis es gemerkt haben, aber die flasche ist leer. also ist natürlich auch nichts drin, keine flüssigkeit, kein zucker und keine phosphorsäure. also wirklich nix. ausser natürlich luft und damit auch das schädliche klimagas CO2. quasi.

vielleicht waren es ja die cola-juristen die auf nummer sicher gehen wollten und denen die behauptung cola enthalte keine „zugesetzten konservierungsstoffe“ und keine „künstlichen aromen“ doch zu steil war. denn soweit ich weiss, sind sowohl zucker, als auch phosphorsäure konservierungs- und aromastoffe. beide werden, soweit ich weiss, cola zugesetzt. nur mal so in die runde gefragt, wie natürlich ist diese phosphorsäure eigentlich?

die korrekte bildunterschrift für das bild oben lautet übrigens: „enthält quarzsand, natriumcarbonat, pottasche, feldspat, kalk, kohlendioxid, calciumoxid, dolomit und blei.“

felix schwenzel
01.09.2008 09:18 uhr



_5000

der erste artikel auf wirres erschien am am 20.04.2002, das macht bis heute 2326 tage und — auch wenn dies der artikel mit der ID 5000 und nicht der artikel mit der nummer 5000 ist — ungefähr 2 artikel pro tag.

in den 1304 tagen seit denen ich haloscan.com benutze, wurden 14274 kommentare abgegeben, was knapp 11 kommentare pro tag ergibt.

heute früh wog ix 108,5 kilogramm.

felix schwenzel
01.09.2008 06:19 uhr



_following trottelbot

umwerfend witziger twitter-stream von trottelbot. hier der beweis:


[hat die beifahrerin entdeckt und sich beim lesen nebenan bepisst vor lachen.]

felix schwenzel
28.08.2008 23:36 uhr



_nachbemerken und vergessen

peter glaser beendetdie kleine Kontroverse“ mit marco dettweiler in einer ausführlichen nachbemerkung und verspricht „in ein paar Tagen, wenn in den Kommentaren zu diesem Posting die wichtigsten Positionen zu Wort gekommen sein werden“ den artikel mit dettweilers mail und seine nachbemerkung zu löschen und mit einem „Text über die Kunst des Vergessens“ zu ersetzen.

das die diskussion damals recht weite kreise zog, wird das mit dem vergessen gar nicht mal so einfach.

felix schwenzel
28.08.2008 20:59 uhr



_klischeeforschung

matthias horx nennt sich „Trend- und Zukunftsforscher“ und wurde von „Die Presse“ zur zukunft interviewt. auf die frage ob zukünftig nur noch „die alten“ zeitung lesen würden und die jüngeren sich „lieber“ elektromisch informieren, antwortet er knapp an der frage vorbei:
Wir müssen zunächst die Soziokultur der Zeitung etwas tiefer beleuchten. Zeitungen sind Teil eines täglichen Rituals – man liest sie vor allem zum Frühstück als eine Art Upgrade der Information, und auch, um nicht immer mit dem Partner reden zu müssen, um im Kaffeehaus nicht andere Leute anstarren zu müssen oder in der U-Bahn etwas zu tun zu haben. Diese Sozialfunktion wird man immer brauchen. [weiterlesen, via]
völlig vergessen hat er natürlich, dass zeitungen gerne zum einpacken von fisch und porzellan genutzt werden, um ungeziefer zu erschlagen oder zur herstellung von pappmaschee-laternen. ausserdem kann man mit zeitungen lustige hüte basteln, löcher in wänden zustopfen, kaminfeuer entzünden und feuchte schuhe trocknen. angeblich können sie auch zum reinigen des afters nach dem stuhlgang genutzt werden. auch diese sozialfunktionen wird man immer brauchen.

aber mal im ernst. von tieferer beleuchtung oder sozio-kultur vermag ich in dieser antwort nichts zu erkennen, wohl aber eine unfassbar feinen beobachtungsgabe für gut abgehangene klischees. horx erzählt natürlich quatsch. offensichtlich hat er schon lange nicht mehr mit jemand anders als seiner frau gefrühstückt und war schon lange nicht mehr im kaffeehaus oder der ubahn. beim frühstück kann man sowohl seine informationen mit einem laptop oder handy „upgraden“ und mit diesen geräten das gespräch mit dem partner oder den kindern verhindern, genauso wie kaffeehäuser heutzutage voll mit leuten sind, die das anstarren anderer leute mit hilfe von laptops, handys oder iphones vermeiden. ebenso in ubahnen. lauter leute die ihre informationen mit handys und immer öfter auch mit laptops „upgraden“.

ob diese beobachtungen dazu taugen etwas über die zukunft gedruckter zeitungen auszusagen vermag ich nicht zu beurteilen, wohl aber, dass horx offenbar hinter dem mond wohnt.

naja. im laufe des interviews antwortet er dann doch noch auf ein paar fragen udn beweist damit, dass man von hinterm mond das eine oder andere richtig beobachten kann.

felix schwenzel
28.08.2008 20:43 uhr



_watchberlin schaltet (bald?) werbung vor die filme

das suggeriert zumindest dieser „TEST VIDEO 2“ genannte beitrag auf dem watchberlin-blog, bei dem einem martenstein-film ein ford-fiesta-werbespot vorgeschaltet wurde.



auf dem watchberlin-poprtal selbst laufen die filme noch werbefrei.

felix schwenzel
28.08.2008 20:15 uhr



_der springende p.

ein gekneteter comic:


felix schwenzel
27.08.2008 22:06 uhr



_michelle obamas rede auf dem demokratischen parteitag

ich hab mir eben die rede von michelle obama auf dem demokratischen parteitag in denver angesehen (die rede kann man bei der huffington-post auch nachlesen).



ich fand die rede nicht schlecht, auch wenn ich mir beim gucken ständig einbildete, dem redenschreiber-team bei der arbeit über die schulter zu schauen. alle rhetorischen kniffe die einem so einfallen, wurden in der rede (sehr gekonnt) eingesetzt: ständige wiederholungen und aufzählungen (4 mal „I come here tonight as a …“, 3 mal „It’s what he did …“, etc.), patriotismus galore, versuche die menschen emotional zu berühren und einfache, eingängige sätze.

auch schön, sätze über die man stolpert, an denen man hängenbleibt, die aber selbstverständlich durchkomponiert sind. so sagte michelle obama nicht „I come here as a wife, who loves her husband“, sondern „I come here as a wife, who loves my husband“.

thematisch hat sie alle hausaufgaben erledigt. sie hat sich von ihrer emotionalen seite gezeigt, familienwerte über fast alles (ausser den patriotismus und den dienst am lande) gestellt und barack als netten, verantwortungsvollen, fleissigen und zielstrebigen mesnchen dargestellt, der zwar „einen komischen namen hat“, aber sonst alles mitbringt was ein präsident braucht. auch seinen wertekanon hat sie wunderbar idealisiert und zusammengefasst:
And Barack and I were raised with so many of the same values: that you work hard for what you want in life; that your word is your bond and you do what you say you’re going to do; that you treat people with dignity and respect, even if you don’t know them, and even if you don’t agree with them. [szenenapplaus]
dass ich die ganze zeit an redenschreiber denken musste mag mit meinem übermässigen konsum von „the west wing“ zusammenhängen *) — und in der tat könnte die rede so auch in „the west wing“ laufen — oder, leicht modifiziert, als plädoyer in „boston legal“. ich wette, dass an der rede ein paar dieser hollywood-onkel mitgeschrieben haben. nur ihr mimik-, gestik- und tonfall-coach hat — glaube ich — bei der arbeit ein bisschen viel an den furzenden prediger gedacht. das hat der rede aber trotzdem nicht allzuviel geschadet. schliesslich hat sie auch nicht gepupst. nicht einmal.

*) peinlich aber wahr, beim gucken von „the west wing“ kommen mir regelmässig tränen in die augen. bei michelle obamas rede passierte mir das nicht — anderen aber schon.

[nachtrag 27.08.2008]
barack obamas mitarbeiter verschicken einen ziemlich persönlich gehaltenen newsletter. betreff: „Did you see Michelle?“

felix schwenzel
26.08.2008 21:08 uhr



_differenzieren, doo!

ich hab mich kürzlich übrigens nicht die bohne über svenk aufgeregt, auch wenn ix unter anderem über ihn geschrieben habe und das irgendwie so rüberkam als hätte ich mich über ihn aufgeregt. ich hab mich eigentlich über diese ständig auf einen einprasselnde, mediale pauschalisierungs-kacke aufgeregt. von mir aus auch über diese tölpelhaften vereinfachungs-tendenzen in allen lebenslagen — die ich im übrigen gut verstehe. das leben, das schreiben und das witze machen fallen einem vereinfachend ja viel leichter.

heute hat malte dieses phänomen in einem wunderschönen absatz zusammengefasst:
Zur Verdeutlichung: Magersucht ist eine der denkbar tiefstgehenden Verhaltensstörungen - die soll durch Blättern in der Vogue ausgelöst werden? Die wird durch ein aufmunterndes Wurstbrot-Hinschieben geheilt? (weiterlesen)

felix schwenzel
26.08.2008 20:33 uhr
| blogdings



_der dunkle ritter

ich war trotz aller warnungen im kino und habe mir den neuen batman angeguckt. und ich fand ihn wie erwartet gut. heath ledger spielt den bösewicht wirklich verstörend böse, fast zum liebhaben, knuddelig-böse. besonders perfide fand ich ledgers imitation von helmut kohls oder anke engelkes tick, beim reden ständig die zunge kurz rauszustecken.

action-filme schaue ich mir auch nicht unbedingt an um von logik oder stringenz umflossen zu werden, auch charaktertiefe oder übermässig intelligente dialoge müssen nicht unbedingt sein. solange ein mindestmass an stringenz gewahrt wird und die dialoge nicht völlig plemplem sind („this is sparta!“), kann ich den meisten blödsinn ausblenden. ich muss zugeben, ich habe mich sogar ein, zweimal gegruselt und einmal erschreckt. am ende hab ich mich prima unterhalten gefühlt, kein langeweile-blähungen bekommen und konnte sogar über das grottenschlechte bat-motorad, die vocoder-batman-stimme und die blösinnige maske des späten staatsanwaltes hinwegsehen.

nur eins hat mich irritiert. nach dem film bin ich im supermarkt fast amok gelaufen als die kassiererin kurz bevor ich an der reihe war die frau müller über die sprechanlage ausrief, sich zurücklehnte, auf frau müller wartete und dann mit frau müller und der kundin vor mir darüber debattierte ob sie nun 1,20 für eine tüte milch kassieren sollte, oder 1,30. da hab ich fast die klarsichtfolie von meiner paprika abgerissen vor wut. aber vielleicht lags auch nicht am film, sondern daran dass ich keine emails empfangen konnte.

felix schwenzel
21.08.2008 21:59 uhr
| kino



_kompetente partner

hafenklo.de:
Wir sind Ihr kompetenter Partner für die täglichen „kleinen und großen Geschäfte“.
[via martenstein]

felix schwenzel
21.08.2008 21:41 uhr



_bugs, bugs, bugs

mittlerweile hab ich mich an mein windows-mobile-handy gewöhnt. ein bisschen ist es wie eine frau. wenn man sich einigermassen kennengelernt hat, die schwächen und stärken des anderen kennengelernt hat, kann man ganz friedlich und zufrieden zusammenleben - solange man die eigenen und die schwächen des anderen akzeptiert. man darf sich nur nicht zum ziel setzen, den anderen verstehen zu wollen, im gegenteil. man sollte, genau wie die schwächen, akzeptieren, dass man nicht alles verstehn kann. eben wollte ich meine mutter anrufen. unter dem eintrag meiner mutter fehlte die festnetznummer. ihre handynummer, ihre genionnummer, zwei ihrer emailadressen und ihre adresse zeigte der xda an. ihre festnetznummer nicht, obwohl sie im datensatz auf meinem computer, mit dem der xda sich synchronisiert, da ist. da ich mir auch kaum telefonnummern merken kann, verzeihe ich das dem xda. oder die kalendersynchronisierung. die klappt in der regel erst beim 4ten mal. beim ersten und zweiten durchlauf bricht das missing sync oder der xda ab. beim dritten sychronisations-anlauf werden alle termine, bis auf die formel-rennen, gelöscht. beim vierten synchronisationsanlauf ist dann alles so wie erwartet.

ich frage nicht mehr, warum das so ist. ich akzeptiere es einfach, dass das synchronisieren etwas länger braucht und nach einem speziellen ritual abzulaufen hat. meine freundind mag es nicht, wenn ich gemüse mit brühe anrichte oder fisch mit käse kombiniere. da frag ich auch nicht warum, sondern tue einfach was sie erwartet.

der xda ist ja auch sehr hilfreich. er weckt mich jeden tag, lässt mich im internet surfen und lässt mich mit weit entfernten personen sprechen. auch sehr praktisch, etwas was ich vorher noch nie mit einem handy erledigen wollte ist das emailen. alle neuen mails meiner drei wichtigsten email-konten landen relativ regelmässig auf dem xda und bleiben dank imap auch wunderbar synchron mit dem desktop-mail-programm.

und gerade wenn man sich an eine eigenschaft gewöhnt hat, überlegt sich der andere was anderes. heute habe ich etwas früher feierabend gemacht um ein paar besorgungen zu machen und ins kino zu gehen. meinen kollegen sagte ich, dass ich per mail erreichbar bliebe. pustekuchen. ich konnte zwar im internet surfen, aber das xda-mailproramm meinte es könne keien mails runterladen. selbst die java-version von gmail verweigerte reproduzierbar den dienst mit irgendeiner kryptischen meldung. klar, in solchen fällen hilft immer: neustart. nach drei neustarsts fing ich an, an meiner auf 20 jahren aufbauenden erfahrung, dass neustarten immer gegen alles hilft zu zweifeln. auch nach 4 neustarts ging zwar internet, aber keine mail.

den grund vermutete ich nach einer weile darin, dass ich zuhause, wo ich wlan habe, den netzzugang mit dem sogenannten „comm manager“ deaktiviert hatte. ein nützliches, aber eben auch eigenwilliges programm mit dem man die kommunikations-eigenschaften des handys übersichtlich aktivieren und deaktivieren kann:

datenverbindung einschlaten? nicht vorgesehen.
man kann den flugmodus aktivieren, der nichts anderes als ein deaktivieren der telefonfunktion ist, man kann bluetooth aktivieren oder deaktivieren, ebenso wlan und die „datenverbindung“. mit der ausnahme der „datenverbindung“ kann man alle dienste deaktivieren und aktivieren. die datenverbindung lässt sich im „comm manager“ nicht mehr aktivieren, wenn man sie einmal deaktiviert hat. warum frag ich gar nicht erst.

na gut. man kann die „datenverbindung“ reaktivieren, indem man ins internet geht. das ging dann ja auch, nur eben nicht die email. die ist zwar auch internet, aber wahrsceinlich ein anderes. nach mehreren stunden bin ich auch drauf gekommen wie ich doch wieder emails laden kann: einfach die funktion „internetfreigabe“ aktivieren. die dient eigentlich zum freigeben der internetverbindung via bluetooth, zum surfen mit dem laptop. die aktivierung der internetfreigabe fordert einen allerdings meist dazu auf, „active sync“ zu deaktivieren, auch wenn „aktive sync“ gar nicht activ ist. diese fehlermeldung dient offenbar lediglich der irritation. ein altbekanntes windows-feature. das aktivieren der daten-verbindung mit der „internetfreigabe“ hate dann zur folge, dass sich das emailprogramm nicht mehr weigerte emails zu laden. muss man nicht verstehen.

ich frage mich nur wie sich microsoft, htc oder o2 sich eigentlich denken, wie normale menschen, die gegenüber computern oder windows nicht so tolerant sind, mit einem solchen gerät zurechtkommen sollen. selbst wenn alles so funktioniert wie man es erwartet, verlangt microsoft einem ja ständig den völligen verzicht auf komfort ab. alles muss man sich erklicken, durch menüs hangelnd erkämpfen. um eine seite mit opera mini zu sehen muss ich 7-8 mal klicken: xda entriegeln (2 klicks) oder aufwecken (1 klick), starter aufrufen (1 klick), java-laufzeitumgebung starten (1 klick), opera mini starten (1 klick), seite in den bookmarks klicken (1 klick), „berechtigung“ von opera mini bestätigen (2 klicks), warten. komfort stelle ich mir anders vor. aber ich beklage mich nicht. ich hab ja auch meine bugs.

felix schwenzel
21.08.2008 21:40 uhr



_natürlich kack ich




aus der reihe „schlechte photoshop-arbeiten“.

felix schwenzel
20.08.2008 06:12 uhr



_verriss als aufforderung ins kino zu gehen

furioser und sehr angestrengter verriss des „dark knights“ auf spreeblick. ich würde sogar sagen, grandioser verriss. das problem ist allerdings, dass ich malte kein wort glaube. kann natürlich sein, dass er recht hat, vor allem die tatsache, dass er „the west wing“ als positives beispiel für charaktertiefe von filmfiguren aufführt ist ein starkes anzeichen dafür, aber nach maltes verriss muss ich erst recht ins kino gehen. um mich davon abzuhalten, hätte er sich noch einen ticken mehr anstrengen müssen. oder weniger. was weiss ich.

felix schwenzel
19.08.2008 22:02 uhr



_undifferenzierte humorkritik



das dachte ix auch, als ich das hier las.

svenk ist wirklich einer meiner lieblings-blogger und -zeichner und echt knuddelig, aber mit dem artikel begibt er sich auf das humor-niveau von robert basic, der, als vor zwei oder drei jahren die ersten bloglesungen durch die blogosphäre rauschten, vorschlug, sich gegenseitig HTML-quelltexte vorzulesen, und sich fragte was das denn überhaupt solle, sich blogtexte vorzulesen. das zum thema „intellektuelle Fallhöhe“ in sachen humor.

ich kanns echt nicht mehr hören, dieses undiferenzierte rumkloppen. die einen mokieren sich über „die blogger“ die wahlweise irrelevant sind (spiegel), die filmkritik oder das gedruckte wort zerstören, doof, dick, hässlich, gemein oder alles zusammen sind. andere mokieren sich über menschen die etwas mit weniger als 140 buchstaben zu sagen versuchen. die frage ist, kann man die intelektuelle fallhöhe von texten am medium oder der länge festellen? korreliert die intelligenz mit der grösse des hauptes? die sexuelle leistungsfähigkeit mit der grösse oder form des geschlechts?

ich finde es unendlich stumpfsinnig, leute abzubügeln, weil sie das öffentlich tun, was sie gerne tun, egal ob es auf einer bühne, einem privatsender oder einem blog ist.

gerne hingegen lese ich wie leute abgebügelt werden, wenn sie irgendetwas öffentlich enorm schlecht, eitel, geltungssüchtig, mit einer fiepsstimme oder extrem undifferenziert dargeboten haben. jemanden verbal ungespitzt für eine mangelhafte leistung in den boden rammen: prima. aber jemanden oder eine gruppe doof zu finden, weil sie in einen bestimmten club gehen, ein bestimmtes medium oder eine begrenzte anzahl buchstaben benutzen um sich auszudrücken, find ich enorm albern. genauso albern und dumm wie dieses pseudo-pfiffig-witzige schlussfolgern, das aus gruppenzugehörigkeiten auf charakter- oder körpereigenschaften zu schliessen meint: blogger dick und überheblich, schwarze riesen-geschlechtsteilig und faul, französinnen immer geil und rasiert, deutsche immer stumpf und wurstig, journalisten immer korrupt.

könnten sich alle [sic!] mal mühe geben etwas zu differenzieren, oder macht differezieren die witze kaputt? ich glaube nicht. ich will mehr jon stewart, weniger mike krüger. sonst hör ich auf zu lachen, hier.

felix schwenzel
19.08.2008 21:33 uhr



_anatomische pufferüberläufe

ich konnte es selbst nicht glauben, aber ich habe es selbst, mit eigenen augen gesehen: kürzlich wollte ich mir eine zahl notieren. die zahl fing mit einer eins an. aber statt einer eins, schrieb ich ein ausrufezeichen, als hätte meine hand sowas wie eine shift-taste. ich sah meiner hand beim zeichnen des ausrufezeichens, wie in zeitlupe zu und konnte sie nicht daran hindern. das war ziemlich unheimlich. [falls ich eine shift-tase habe, welcher arzt kann sie wohl diagnostizieren und gegebenenfalls entfernen?]

gestern abend wollte ich dann die westwing DVD (s02d05) aus dem laptop-laufwerk werfen, um nachzugucken wieviel ich schon gesehen habe. ich brauchte ungefähr zwanzig sekunden, um zu begreifen, dass diese idee schwachsinn war.

ich vermute ja, dem gehirn — zumindest meinem — fällt es zunehmend schwer zwischen digital und analog zu unterscheiden. aber vielleicht passt sich die realität ja auch an mein gehirn an und wird voll-digital. oder so.

felix schwenzel
19.08.2008 09:30 uhr
| egozentrum



_über bande

peter glaser beantwortet die überall aufkommende frage ob und warum und wieso man emails veröffentlichen können, sollte, dürfte oder würde — mit einem text den er vor neun jahren für konr@d schrob: E-Mail und die Detektive.

felix schwenzel
15.08.2008 09:32 uhr



_I can has gol medal?

das ist so ziemlich das witzigste, was ich heute bis 8:25h gesehen habe. via vowe.net.

[nachtrag 8:48]
uralt, aber in der länge hab ich den furzenden prediger all die jahre noch nicht gesehen. mindestens das zweitwitzigste was ich heute gesehen habe.

felix schwenzel
15.08.2008 08:26 uhr



_berlin mitte

hinten werden die alten kisten demontiert, vorne neue kisten aufgebaut.


felix schwenzel
14.08.2008 00:11 uhr



_rücksichtnahme

sehr rücksichtsvoll, wenn mütter mit schreienden säuglingen das restaurant verlassen um die gäste nicht übermässig zu stören. doof wenn die mutter dann mit dem schreienden säugling draussen steht und man selbst draussen sitzt.

felix schwenzel
12.08.2008 19:57 uhr



_„lassen sie seriöse Journalisten in Ruhe“

marco dettweiler schreibt peter glaser:
P.S: Bloggen sie ruhig weiter, aber lassen sie seriöse Journalisten in Ruhe. Danke!
(sehr lesenswerter email-austausch mit anschliessender petzerei und selbstdemonatge.)

ich empfehle der redaktion der FAZ schleunigst folgende Domain zu reservieren: FAZ.ke — ich finde das klingt mehr nach seriösem journalismus als FAZ.net.

[nachtrag 19:13h]
erstaunlich was sich über den peter glaser-artikel für sichtweisen sammeln und in welcher heftigkeit. überrascht mich tatsächlich. die eindeutig dümmste zusammenfassung kommt mal wieder von turi2: zickenkrieg 2.0. aber der tenor dieser sichtweise spiegelt sich auch bei einigen kommentatoren: „lächerlicher Schwanzvergleich“, „Herr Glaser, Sie sind eine Mimose“, „beide Seiten machen sich hier etwas lächerlich“, bis zum klassiker „für wat die leute so zeit haben !“.

sicher ist der frage wer den spruch erfunden hat ziemlich müssig bis eitel, vor allem bei einem spruch, der so auf der hand liegt, dass ihn sogar nico lumma benutzte. trotzdem hat glaser mit seiner ursprungsmail, die ja eher nebensächlich formuliert war, keinesfalls den eitelkeits-jackpot geschossen.

die frage „wann es eigentlich zu einer Selbstverständlichkeit wurde, verschickte Mails ans Licht der Web-Öffentlichkeit zu zerren“ ist da schon nachvollziehbarer und diskussionswürdiger, als die frage, warum da überhaupt drüber geredet werden soll. ich neige ja auch dazu hin und wieder dummes zeug zu reden, aber wenn ich jemanden anpampe versuche ich das, egal ob in der fleisch- oder der virtuellen-welt, in neunzig prozent der fälle so zu machen, dass es ansatzweise zitierbar ist. mit anderen worten, sowohl im persönlichen gespräch, als auch im email-verkehr versuche ich nichts zu sagen was grössenwahnsinnig erscheinen könnte. ich versuche weder explizit, noch implizit zu behaupten, dass ich fehlerfei, allwissend, irre klug oder seriöser als derjenige bin, mit dem ich rede. ich weiss durch diverse stürze auf die fresse, dass ich dazu neige fehler zu machen und versuche den eindruck zu vermeiden, dass ich mich für fehlerfrei halte. überheblichkeit und arroganz ist in jeder form der kommunikation zu vermeiden. oder: „Never put anything in an email you don’t want to show up on the Internet“. gegen diesen ratschlag hat marco dettweiler eklatant verstossen, nicht nur in seiner mail, sondern vor allem mit seinem anruf bei der stuttgarter zeitung, in dem er sich bei der redaktion über glaser beschwerte. dass dettweilers google-karma jetzt leidet, hat er wohl vor allem sich selbst zuzuschreiben.

andererseits, allein für den neologismus „minderbepimmelt“ hat sich die ganze diskussion gelohnt.

felix schwenzel
12.08.2008 12:30 uhr



_also ix …

… schreib genau wie die sz, der djv, turi2 und all die anderen nichts, aber auch rein gar nichts über den neuen eichinger-film, „der baader meinhof komplex“. nichts, denn so wie die die journalisten behandeln, hat der film nicht die geringste aufmerksamkeit verdient. der djv-dings michael konken meint: „Journalisten sollten unter solchen Bedingungen auf Berichterstattung verzichten.“ ganz meiner meinung. der film muss totgeschwiegen werden!

hier nochmal der film startet am 25. september.

felix schwenzel
12.08.2008 09:12 uhr



_dinge die ich schonmal war oder noch bin

embryo, säugling, pickelgesicht, fettsack, ohrringträger, patient, schüler, oberprimaner, highschool-studend, kalligraph, ringer, abiturient, auszubldender, schreiner, jungfrau, fisch, blogger, autor, trauernder, hiwi, lehrkraft, diplomand, diplom-ingenieur, webdesigner, projektleiter, bewerber, dressurreiter, pferdepfleger, pferdeschwanzträger, judoka, messebauer, küchenmonteur, bleibarrenträger, kehrmännchen, petze, interrailer, freiberufler, frühaufsteher, teenager, faz-abonnent, abgemahnter, student, berater, leserbriefschreiber, dauerläufer, skifahrer, wichser, cowboystiefelträger, autounfallverursacher, micheal-jackson-fan, muse, schauspieler, behindertenbusfahrer, landschaftsgärtner, c64-besitzer, arbeitslos, überbezahlt, unterbezahlt, model, sitzenbleiber, skateboardfahrer, bruder, klatschvieh, anzugträger, fernsehgucker, evangelist, wespenmörder, tennissockenträger, opelfahrer und vor ganz, ganz langer zeit konnte ich mich sogar ohne GPS orientieren.

felix schwenzel
12.08.2008 07:58 uhr
| egozentrum



_super-illu-stration

felix schwenzel
11.08.2008 22:26 uhr



_stilbruch

heute bin ich mit der beifahrerin zu fuss ungefähr drei kilometer von der ubahn-haltestelle wandsbek-gartenstadt, assistiert von tomtom auf dem xda, zur helbingstrasse gelaufen. damit war die beifahrerin gleich doppelt befriedigt: sie konnte ihren lieblingsladen, den „stilbruch“ besuchen und einer ihrer wochenend-lieblingsbeschäftigungen nachgehen: in gewerbegebieten spazieren gehen. doof war, dass ich, bzw. der xda die hälfte der strecke wieder mit der suche nach satelliten beschäftigt war. jedesmal wenn das „quickgps“-programm die neuen GPS-daten runterlädt, die eigentlich den GPS-fix beschleunigen sollen, dauert die erste suche nach satelliten 3-5 minuten. dooferweise werden die „quickgps“-daten nach 7 tagen ungültig, so dass das beschleunigen ziemlich zeitaufwändig ist.

im stilbruch war es ziemlich warm und voller alter sachen. unter anderem habe ich bemerkt, dass die 80er im nachhinein besonders peinlich für leute die platten veröffentlicht haben waren. ix bin mal gespannt, wie peinlich den leuten (und mir) in 30 jahren die aktivitäten und spuren und fotos sind, die sie im internet hinterlassen haben. peinlichkeit wird durch das internet sicherlich demokratisiert.

dieses gesicht!



der beweis: niemand lernt aus der geschichte: zweidrittel-hosen werden immer noch getragen.



die puppe links ist, glaube ich, der vorläufer von samson aus der sesamstrasse.



ist das motorad so gross oder maffay so klein?

felix schwenzel
09.08.2008 23:40 uhr



_konsumenten sind nur als schafe erwünscht

rechte-inhaber, kopierschutz, DRM, DMCA, fairplay, plays for sure — ich kann das alles nicht mehr hören. leiden konnte ich es auch noch nie.

übersetzt bedeuten diese ganzen begriffe nicht schutz für künstler oder gar schutz für die verwerter von künstlerischen arbeiten, sondern probleme für den konsumenten, unbedienbarkeit oder schwerbedienbarkeit oder verkrüppelung von elektronischen geräten und kriminalisierung von kulturschaffenden. schützen oder „rechte managen“ können diese technologien nicht, am ende bleiben nur menschen die ihre online gekaufte musik oder videos nicht mehr hören und sehen können, die ihre gekaufte musik oder videos nicht auf jeden beliebigen mp3- oder video-player abspielen können, kunden deren geräte zwar fernsehsendungen aufnehmen können, diese aber nicht mehr oder nur auf umwegen wieder herausgeben, DVDplayer die screenshots unterbinden, DVDs die sich weigern sich abspielen zu lassen weil sie auf der anderen seite des antlantiks gekauft wurden — kurz: diese ganzen techniken schaden dem konsumenten — und damit auch der industrie.

mir fällt gerade kein besseres beispiel ein, aber würde man eis in einem eisladen kaufen wollen, in dem einen der verkäufer erst in den schwitzkasten nimmt, bevor er einem das eis aushändigt? würde man in eine bar gehen, in der einem der bartender vorschriften macht, wie man den drink zu trinken hat?

nicht nur dass einem die industrie geräte verkauft die absichtlich in ihren technischen möglichkeiten eingeschränkt sind, nicht nur, dass käufer von filmen oder eintrittkarten wie widerborstige kinder behandelt werden, denen vor dem genuss ihres bezahlten vergnügens mantraartig erzählt wird, dass man für das was man gerade bezahlt hat auch bezahlen muss und in den knast oder in die hölle kommt, wenn man es nicht tut — die industrie misstraut ihren kunden abgrundtief.

das problem dabei ist, dass man glaubt, die eigenen rechte, die eigenen geschäftsmodelle stünden über den freiheitsrechten. nicht nur das erinnert mich an die kirche, die in ihren besten zeiten meinte über jedem recht zu stehen, jeden zu bedrohen und zu belehren zu können, der nicht der wahren lehre folgte und schlussendlich menschenrechte, freiheistrechte und humanität ihrem geschäfts- oder glaubensmodell unterordnete. den glauben, die einheit der kirche mit gewalt erzwingen — mich erinnert das an die „content-industrie“, bzw. die rechteverwerter.
  • die predigt findet nicht mehr in der kirche statt, sie findet vor dem hauptfilm statt.
  • wer sündigt muss ablass bezahlen, wer uploadet den gegnerischen anwalt.
  • um die gläubigen ruhig zu halten, wird ihnen für jede menschliche regung ein schlechtes gewissen eingeredet, um die leute vom download abzuhalten mobilisert die industrie ihre sklaven um den konsumenten ein schlechtes gewissen zu machen.
genug davon. nur eins noch. wenn diese dinge, kundenfeindliche kopierschutzmechnismen, innovations- und kulturfeindliche proprietäre, geschlossene technische systeme, industriefreundliche statt kundenfreundliche richtlinien als „unglaublich wichtig“ und „für die Nutzer einfach […] und verständlich“ dargestellt werden, dann sag ich auch, macht euren scheiss doch alleine. schliesst eure „contents“ ein, löscht mashups und kritisches beim ersten leisen juristischen furz, zeigt euren kunden den stinkefinger. die nachricht kommt an.

[nochmal kurz erklärbärig: am 5. august kündigt sevenload an, sich künftig verstärkt für „den Schutz des Urheberrechts Forderungen der Content-Eige